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Vogelf�tterung    
Das Futterhaus -    

Die Fütterung von Vögeln steht immer wieder im Zentrum von Diskussionen, bei denen es darum geht, ob es sich bei der Vogelfütterung um sinnvolle Naturschutzarbeit handelt oder nicht.
Richtig ist sicherlich, dass mit der Vogelfütterung niemals alle Auswirkungen der negativen Entwicklungen in unserer Landschaft kompensiert werden können. Genauso wahrscheinlich lässt sich mit Vogelfütterung auch keine bedrohte Vogelart vom Aussterben bewahren, denn an den meisten Futterstellen tauchen zumeist nur so um die 30 so genannte Allerweltsarten von Amsel über Kohlmeise bis Zaunkönig auf.
Aber gerade auch Allerweltsarten gehen in ihren Bestandszahlen auf breiter Front zurück. Feld- und Haussperlinge werden seltener, Bluthänfling und unsere Grasmücken zeigen sich schon seit Jahren nicht mehr in der ursprünglichen Häufigkeit. Neben dem Verlust von Lebensraum und zur Brut notwendigen Landschaftselementen fehlt es heute oftmals auch an geeigneter Nahrung. Und das eben nicht nur im Winter, sondern vor allem auch im Frühjahr und Sommer zur Zeit des sehr energieaufwändigen Brutgeschäfts. Fachwissenschaftliche Untersuchungen weisen den positiven Erfolg der Ganzjahresfütterung eindeutig nach.
Zu diesen positiven ökologischen Effekten kommt noch ein ganz wichtiger Umstand hinzu:
Nirgendwo sonst lassen sich in unserer überwiegend naturfernen Wohnumgebung so einfach wilde Tiere beobachten wie am Vogelfutterhaus. Nirgendwo sonst können Vögel so nah und regelmäßig in allen Einzelheiten studiert werden. Und das Ganze geht bequem und ohne Aufwand: Man muss nur ans Fenster treten und hinausschauen. Das kann wirklich jeder, von 5 bis 105 Jahren!
Genau darin liegt aber nun eine weitere große Chance der Vogelfütterung für den Naturschutz: Nur Menschen, die einen emotionalen Kontakt zur Natur haben, werden sich langfristig auch für die Natur einsetzen. Möglicherweise kommen gerade durch Beobachtungen an einem Futterhaus Umdenkungsprozesse in Gang, die letztendlich dazu führen, dass wieder einer der vielen, sterilen Neubauviertel-Gärten zu einem vogelreichen Naturgarten »umgebaut« wird.
Vogelfütterung ist deshalb aus ökologischen wie pädagogischen Gründen sehr wohl grundlegende Naturschutzarbeit, weil sie Menschen für die Natur sensibilisieren und begeistern kann und zudem mindestens punktuell die Nahrungssituation für unsere Vögel verbessert.

Das Buch Am Futterhaus von Dr. Richard Schöne bietet die nötigen Informationen für alle, die mehr von Vögeln am Futterhaus wissen wollen als den Artnamen. Denn nicht nur die Artenvielfalt bietet Spannung. Am Futterhaus kann viel mehr beobachtet werden: das Balzverhalten, die verschiedenen Gefieder vom Kleid des Jungvogels zum Ruhekleid des Altvogels, das normale Sozialleben mit Aggressionen und Paarung, der Lebenszyklus von der Jungenaufzucht bis zu Krankheit und Tod.
Am Futterhaus gibt Tipps, wie die Vögel am Futterhaus vor Feinden zu schützen sind und begleitet das Beobachten durchs ganze Jahr. Beobachtungstipps für jeden Monat finden Sie unter der Rubrik beobachten.

Die iPhone-App »Vögel am Futterhaus« http://itunes.apple.com/de/app/id347068197?mt=8 alle Informationen rund um die Vogelfütterung, mit Artportraits und Tipps zum richtigen Füttern und selbstverständlich mit einer direkten Schnittstelle zu www.naturgucker.de, so dass Sie Ihre Beobachtungen im Internet mitteilen können. Wollen Sie mit Garten- und Vogelfreunden diskutieren oder sich austauschen, dann sind Sie auf dem »Mein Vogelgarten«-Forum genau richtig!

 
   

berthold
 
Prof. Dr. Peter Berthold, Vogelwarte Radolfzell

»Vogelfütterung ist in der heutigen Zeit notwendige Naturschutzarbeit. Noch 1950 produzierten die Wildpflanzen in der deutschen Agrarlandschaftüber eine Million Tonnen Samen. Wer so alt ist wie ich, kann sich erinnern, wie die Kartoffeläcker im Herbst mit Unkraut überwuchert waren und Klatschmohn zusammen mit Kornblumen Getreidefeldern bunt färbten. Da die Wiesen erst im Sommer gemäht wurden, weil Heu und nicht Silage gemacht wurde, konnten die Gräser noch Samen produzieren. Die Fütterung ist nur ein schwacher Ausgleich dessen, was wir den Vögeln durch die Perfektion unserer Landwirtschaft weggenommen haben.«